



Die Gegend der Missões zu besuchen ist als ob man durch 400 Jahre Geschichte reisen würde. Diese Rückreise in die Vergangenheit ermöglicht das phantastische evangelisierungswerk der Padres da Companhia de Jesus zu erleben und ihre Entschlossenheit, die dort lebenden Indianer zu christianisieren. Die Missionsbevölkerung bestand hauptsächlich aus guarani- und tapes-Indianer, die in dem Gebiet lebten der heute der Bundesstaat Rio Grande do Sul ist. In 1626 begannen sie von den Jesuiten in reduções - Siedlungen die von indianern und Kathechisten bewohnt wurden - aufgeteilt zu werden. Von 1636 bis 1639 unterlagen sie den schweren Angriffen der bandeirantes, kehrten jedoch in 1682 zurück, und gründeten die historischen Sieben Völker der Missionen (Sete Povos das Missões). In der Nähe von São Miguel liegen die Ruinen dreier reduções: São Lourenço Mártir, São João Batista und São Nicolau, die neben São Borja, São Luís Gonzaga und Santo Ângelo die 'Sieben Völker' vervollständigen. Von den drei letzteren ist nichts übriggeblieben, obwohl in Santo Ângelo - die jüngste der sieben -, eine prachtvolle Kathedrale liegt, ein Nachbau derjenigen die in São Miguel liegt, und auch ein wichtiges historisches Museum. São Miguel wurde als historisches und kulturelles Erbe der Menschheit in 1983 anerkannt, und ist zugleich die wichtigste kulturell-touristische Sehenswürdigkeit des Bundesstaates Rio Grande do Sul, wo der Besucher die Ursprünge der gaúchos kennenlernen wird.